Der Tag der Heimat 2026 steht unter dem Motto „Bekenntnis und Verantwortung: Unser Kulturgut verbindet Europa“. Nach der Übernahme des Kreisvorsitzes von dem langjährigen Vorsitzenden Manfred Hüber begrüßte der neue Kreisvorsitzende des BdV Wetzlar, Frank Steinraths, die Gäste. Er freute sich über das jährliche Treffen als Zeichen der lebendigen Heimat und Erinnerung.
Grußworte brachten die hauptamtliche Kreisbeigeordnete Rebecca Neuburger-Hees und die Wetzlarer Stadträtin Bärbel Keiner.
Mit dem ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier war es dem Kreisverband gelungen, einen Festredner mit eigener Vertreibungs- bzw. Fluchtgeschichte zu finden. Seine Vorfahren flohen als Evangelische Glaubensflüchtlinge (Hugenotten) aus Frankreich. Als Donauschwäbin musste seine Mutter zum Ende des Zweiten Weltkrieges Serbien verlassen.
Er verwies auf die Charta der Vertriebenen (1950) und den dort verankerten Verzicht auf Rache und Vergeltung. 14 Millionen heimatvertriebene Deutsche und rund eine Million Zuwanderer in Hessen nach dem verlorenen Krieg sind zwei wichtige Zahlen für die deutsche Entwicklung. Und Hessen wäre – nicht nur aus seiner Sicht – nicht so eine erfolgreiche Region in Europa geworden. Mit dem „Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation“ hat die Landesregierung 2015 einen Gedenktag gegen das Vergessen geschaffen. In diesem Zusammenhang verwies er auf die Leistungen von Margarete Ziegler-Raschdorf, die rund 15 Jahre die Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler war. Bouffier erteilte den Forderungen nach „Raus aus der EU“ und dem „Rückzug aus der NATO“ und ähnlichen Forderungen eine klare Absage und stellte die Notwendigkeit eines vereinten Europas für Deutschland heraus.
Das Tag der Heimat hatte auch in diesem Jahr ein umfangreiches Rahmenprogramm. Hierzu gehörten musikalisch die Kapelle „Egerländer Maderln und Freunde“, der Gesangverein „Pohlheimer Dreiklang“ und die Gesangsgruppe „Stimme der Hoffnung“. Für schöne Volkstänze sorgte die Volkstanzgruppe der „Siebenbürger Sachsen Mittelhessen“ mit dem „Sprötzer Achterrüm“ und „La Fiorentina“.
Mit Erinnerungen an seine Vertreibungsgeschichte, von der Vertreibung aus dem Kurland (Ostpreußen), über Bayern und Dillenburg nach Klein-Linden, übernahm der stv. Kreisvorsitzende Roland Jankofsky die Schlussworte. Das Lied „Kein schöner Land“ beendete traditionsgemäß die Veranstaltung.
Text: Hans-Jürgen Ramisch
Bilder: Matthias Meinl