Der Hessentag in Fulda 2026 setzte die Tradition des „Tags der Vertriebenen“ mit der Kulturveranstaltung des Bundes der Vertriebenen (BdV) „Unsere Heimat Hessen“ fort. Im Untertitel „Musik, Tracht & Kulinarik der Deutschen aus dem östlichen Europa“ klingt bereits an, dass die Bandbreite größer als bei der Gründung des Hessentags 1956 ist. In Fulda waren im Wesentlichen die Siebenbürger Sachsen, die Egerländer, Oberschlesier, Russlanddeutsche und infolge des Krieges geflüchtete Ukrainer vertreten.

Der Landesverband Hessen im Bund der Eghalanda Gmoin e.V. ist seit Bestehen des Hessentags auf jedem Hessentag präsent gewesen. Das gilt auch für die diesjährige BdV-Veranstaltung im Polizeizelt im Museumshof Fulda, zu welcher wir auf Einladung des BdV Hessen gerne beigetragen haben.

Wir Egerländer nahmen mit über 20 Trachtenträgern an dieser Veranstaltung teil. Die Gmoin Braunfels, Herborn und Offenbach/Main stellten die Aktiven. Tanzauftritte und Brauchtum repräsentieren waren die wesentlichen Aufgaben während der Veranstaltung. Selbstverständlich gab es auch diesmal einen Infostand mit vielen Büchern über das Egerland und dessen Geschichte, natürlich auch aktuelle Broschüren. Gerne nutzten Besucher – besonders diese mit Wurzeln ins Sudetenland – die Möglichkeit, mit uns ins Gespräch zu kommen. Kulinarisch boten wir Böhmische Buchteln aus einer Rodgauer Bäckerei an. Dieses Angebot hatte sich bereits im Vorjahr in Bad Vilbel großer Beliebtheit erfreut. Auch das bekannteste Egerländer Gebäck, Karlsbader Oblaten, konnte erworben werden.

Der Politik kam der Redeanteil zugute. So sprachen Hessens Ministerpräsident Boris Rhein, Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck, Ober-Bürgermeister der Stadt Fulda Dr. Heiko Wingenfeld und der Vertriebenenbeauftragte der Landesregierung Andreas Hofmeister. Rose-Lore Scholz (Stellv. Vorsitzende und Kulturbeauftragte des BdV-Landesverbandes Hessen) führte locker und gekonnt durch das Programm. Als weitere Ehrengäste waren u.a. Siegbert Ortmann (Vorsitzender des BdV Hessen), die BdV Hessen Landesfrauenbeauftragte Gabriela Zessin und Frau Margarete Ziegler-Raschdorf (die Vorgängerin von Herrn Hofmeister) anwesend.

Mit dem 1999 in Hessen geschaffenen Amt der/des Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler hat das Land Hessen seit mehr als 25 Jahren eine besondere Vertrauensperson für die Anliegen der Heimatvertriebenen und deren Nachkommen.

Volkstanz boten der Egerländer Volkstanzkreis aus Hessen und die Siebenbürgische Tanzgruppe aus Pfungstadt und Neu-Isenburg. Zunächst tanzten beide Gruppen gemeinsam auf der Bühne in zwei Kreisen die Sternpolka. Anschließend folgte der Sprötzer Achterrüm der Siebenbürger und danach der „Howansook“ von uns. Im zweiten Tanzabschnitt folgte von den Siebenbürgern der „Schwedisch Schottische“ und von uns der „Schäi(n Lustigh“.

Eine kleine Trachtenschau schloss sich an. Die Zeit war begrenzt, aber unsere Landesvüarstäihare Gerlinde Kegel konnte wesentliche Merkmale der Egerländer Trachten vorstellen.

Mit weiteren Programmbeiträgen traten der Russlanddeutsche Chor Melodia und der Ukrainische Frauenchor Kalyna hervor. Gekonnt begleiteten die Siebenbürger Musikanten aus Rüsselsheim die Veranstaltung. Traditionell wurde zum Ende der Veranstaltung die deutsche Nationalhymne gemeinsam gesungen.

Wir freuten uns besonders, sowohl den Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, den Hessischen Vertriebenenbeauftragten Andreas Hofmeister und das Hessentagspaar Vera und Max Dudyka an unserem Stand begrüßen zu können (Foto oben).

Bericht: Edith Zaschka-Domes und Hans-Jürgen Ramisch
Fotos: Matthias Meinl